POSITIONEN

Künstlerische Interventionen im Stadtraum | 2020, Dortmund City

POSITIONEN ist eine Suche nach Antworten und eine Suche nach Fragen. Zwischen Performance, Tanz und Schauspiel erforschten Pia Alena Wagner, Constantin Hochkeppel und Thomas Kemper Haltungen und Positionen.
Unterstützt wurden Sie dabei durch das Sprech- und Bewegungsensemble. Eine medienkünstlerische Auseinandersetzung mit Positionen und POSITIONEN ist von Lisa Bülow realisiert worden.

Im öffentlichen Raum wurden mit performativen Interventionen verschiedene Positionen ausprobiert, dargestellt und ausgestellt. Dabei ging es darum, zu schauen, welche Positionen physisch eingenommen werden können, was Positionen aussagen und ob daraus eine intellektuelle Haltung erwachsen kann.
POSITIONEN ist dabei als Raum zum Experimentieren und Forschen zu verstehen. Dabei ging es darum, sich an radikalen Motiven zu orientieren, ohne dabei radikal zu werden. Fragen wurden gestellt ohne Antworten zu geben, gesellschaftliche, soziale und politische Eindrücke wurden reflektiert. Die Akteur:innen waren dazu aufgefordert, ihre Haltungen den aktuellen Gegebenheiten anzupassen, Haltungen zu reflektieren ohne dabei zu bevormunden.

Im diskursiven Raum befragten die Künstler:innen gemeinsam mit der Choreografin Birgit Götz und dem Regisseur und Autor Thorsten Bihegue das Veränderungspotential von Positionen und Haltungen aus sich vervielfachenden Blickwinkeln.

Welche Positionen können überhaupt bezogen werden? Werden Haltungen automatisch eingenommen oder entscheiden wir bewusst über sie? Wie ist das Verhältnis von Aktion und Reaktion im Kontext von Haltungen und Positionen? Ist eine aktive Position auf der gleichen sozialen Ebene zu betrachten, wie eine passive Reaktion? Werden soziale und politische Ebenen als Rahmen betrachtet? Setzt der Rahmen Akzente? Gibt es Rahmen, in denen Haltungen möglich oder unmöglich sind? Lassen sich reglementierende Rahmen aufbrechen und gibt es dazu überhaupt eine Motivation?

POSITIONEN war eine Performance. Daraus leiteten sich Fragen ab: Sind Positionen immer performativ? Ist Performance immer auch eine Haltung, die eingenommen wird?
Sind Haltungen und Positionen von Dauer oder leben sie durch ihre ständige Veränderung? Performance ist Haltung. Haltung ist Notwendigkeit.

Im urbanen Raum wurden performativ Haltungen eingenommen und verändert. Durch künstlerische Interventionen wurden Blickachsen auf diese Haltungen immer wieder gebrochen, sodass Haltungen zu Interventionen wurden. Im öffentlichen Raum ausgestellt, wurden zufällige Passant:innen dazu eingeladen, Positionen zu betrachten und dabei zu zuschauen, wie der eigene Blick auf das Geschehen im nächsten Moment durch performative Interventionen verändert wurde. Die Grenzen zwischen Performer:innen und Passant:innen wurden fließend, die Entscheidung zur Positionierung auf aktiver oder passiver Seite war frei wählbar.

Es entstanden Konzepte für Interventionen, die jeweils vier Mal an unterschiedlichen Orten im urbanen Raum angewandt wurden. Durch die Zufälligkeit des öffentlichen Raums entstanden so immer neue, sich wandelnde Konstellationen zwischen Künstler:innen und Passant:innen.

 

Grafiken: Sabine Gorski
Grafiken: Sabine Gorski
Grafiken: Sabine Gorski
Grafiken: Sabine Gorski
Grafiken: Sabine Gorski